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TU Berlin

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Kurzbeschreibung des Projekts

Die effektive Vernetzung der an einer Produktentstehung beteiligten Unternehmen ist heute Voraussetzung zahlreicher Entwicklungsprojekte. Grundlage für eine erfolgreiche Koordination der vernetzten Entwicklungsprojekte bilden aufeinander abgestimmte Geschäftsprozesse. Gleichzeitig ist durch die fortschreitende Digitalisierung der Produktentwicklung auch eine datentechnische Verbindung der Unternehmen essentiell. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit in Entwicklungsprojekten kann nur gewährleistet werden, wenn Prozesse und informationstechnische Vernetzung in ihrer Qualität abgesichert sind. Wie sehr die Prozesse von der IT-Qualität beeinflusst werden, zeigt eine Untersuchung von 317 Unternehmen, bei denen 49% der Unternehmen die Abhängigkeit der IT auf die Geschäftsprozesse als durchgängig erfolgskritisch eingestuft haben, wobei sich dieser Anteil im Vergleich zu einer früheren Befragung deutlich erhöht hat. Als eines der größten Probleme bei der Steuerung wird die unzureichende Qualitätsdefinition der IT-Prozesse genannt (69%). Resümierend verwundert es nicht, dass nur 18% der befragten Unternehmen eine regelmäßige und durchgängige Qualitätsanalyse der IT-Prozesse durchführen. Um diese Qualität abzusichern und gezielt Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten, bedarf es demnach einer erweiterten Definition und einer erleichterten Beurteilung der IT- und Prozessqualität aller im Entwicklungsnetzwerk eingebundenen Unternehmen. Speziell für KMU, die in Deutschland einen Wertschöpfungsanteil von 57% einnehmen und über begrenzte Eigenmittel verfügen, ist dies von Bedeutung, um die Anpassungsaufwände an verschiedene Kunden und Partner so gering wie möglich zu halten, sowie eventuelle Nacharbeitskosten proaktiv zu verhindern.

Im Rahmen des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 als Teil der Neuen Hightech Strategie der Bundesregierung rückt die ganzheitliche Verbindung der Unternehmen noch stärker in den Fokus. Zur Gewährleistung einer vollvernetzten Entwicklung, einer Grundlage der Industrie 4.0, muss die Zusammenarbeit der Unternehmen ganzheitlich über das gesamte Entwicklungsnetzwerk und in integrierten, aufeinander abgestimmten Systemen erfolgen.

Die Bedeutung der unternehmensübergreifenden Entwicklungs- und Produktionsnetzwerke ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Zukünftige Produkte wie beispielsweise Fertigungsmaschinen, Kraftfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge, Mediengeräte oder Haushaltsgeräte werden zunehmend komplexer. Bereits jetzt zwingt die abnehmende Wertschöpfungstiefe von OEM Zulieferer, zumeist KMU, dazu, die Entwicklung(-srisiken) der zukünftigen Produkte stärker selbst zu verantworten. Die steigende Komplexität ist zusätzlich verbunden mit gleichzeitig wachsenden Ansprüchen an die Produktzuverlässigkeit durch den Kunden (Eck, 2011). Die Potentiale im Bereich kollaborativer Entwicklung zeigen sich u.a. dadurch, dass fast jedes zweite Unternehmen häufige Qualitätsmängel, Kommunikations- und Terminprobleme bei der Zusammenarbeit mit Außenstandorten beklagt.

Produkte weisen zunehmend Integrationsfähigkeiten und Interaktionsmöglichkeiten mit ihrer Umgebung auf, was dazu führt, dass sich der Wertschöpfungsanteil im Produktionsnetzwerk von der materiellen hin zu einer informationstechnisch geprägten Wertschöpfung verschiebt. Weiterhin kann ein wesentlicher Teil der Produktentwicklungen im heutigen Umfeld als interdisziplinäre Entwicklung eines Systems betrachtet werden (Elektronik, Informatik und die Integration von Dienstleistungen sowie bei hybriden Produkten). Gleichzeitig müssen die Leistungspotentiale der Unternehmen, ihre Kompetenzen und ihr Wissen produktiv gestärkt werden, damit diese bestmöglich in die Entwicklung eingebracht werden können. Aktuell ist es für die Unter-nehmen jedoch nicht einschätzbar, inwieweit sie diesen Ansprüchen gerecht werden können, da bisherige Referenzmodelle die veränderten Randbedingungen nur einzeln und nicht im Vergleich zueinander berücksichtigen. Derzeit sind somit Wirtschaftlichkeitsberechnungen und verursachergerechte Kostenverteilungen im IT-Bereich noch die Ausnahme.

Darauf reagierend soll im Rahmen des Forschungsvorhabens eine ganzheitliche Betrachtung des vernetzten Entwicklungsumfeldes, also der Gesamtheit einflussnehmender Instanzen, Modelle, Maßnahmen und Arbeitsweisen, erfolgen. Fokussiert wird hierbei die Qualität der IT (Informationstechnologien, -modelle und -anwendungen), der Prozesse in den Unternehmen sowie deren flexible Kollaborationsfähigkeit mit anderen Unternehmen unter Berücksichtigung oben genannter Trends. Den Kern des dynamischen Referenzmodells bilden diese unternehmensinternen (IT und Prozesse) und -externen (Kollaborationsfähigkeit) Aspekte. Anhand einer Selbstbewertung der KMU lassen sich Handlungsempfehlungen im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) für das Unternehmen ableiten. Zentrales Ziel des Forschungsvorhabens ist somit die Befähigung von KMU, dynamisch die Qualität des unternehmensinternen Entwicklungsumfeldes und die Kollaborationsfähigkeit in der vernetzten Produktentwicklung einzuschätzen und die Optimierungspotentiale nutzbar darzustellen. Die Dynamik betrifft somit sowohl die sich ändernden technologischen und marktspezifischen Herausforderungen für das KMU selbst (isolierte Betrachtung eines KMU) als auch bei der Zusammenarbeit mit wechselnden Entwicklungspartnern (Betrachtung der Kollaboration mehrerer KMU).

Rolle der FQS

Die FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. vermittelt während des Projektverlaufs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Sie stellt die Förderung über ihre Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen »Otto von Guericke« e. V. (AiF) durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Verfügung.

Förderhinweis

Das IGF-Vorhaben 19793N der Forschungsvereinigung FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e. V., August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Zusatzinformationen / Extras

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